Wie ein Formel 1 Auto für das Wochenende vorbereitet wird

Die Formel 1 ist die Königsklasse des Motorsports und bringt gut alle zwei Wochen die Fans rund um die Welt an die Rennstrecke. Mit Teams in Stärke von Dutzenden Mechanikern und Teammitgliedern reist der Tross um den Globus und muss dabei logistische Meisterleistungen vollbringen. Von besonderer Wichtigkeit ist dabei die Autopflege, denn nichts könnte schlimmer sein, als ein beschädigtes Auto oder Einzelteil.

Von Australien nach Bahrain und zurück nach China

Der größte Kampf bei Formel 1 Rennen findet nicht etwa auf der Strecke statt. Vielmehr sind es die langen Reisen inklusive fast unmöglichen logistischen Aufgaben, die ein Rennwochenende zu der großen Herausforderung machen, die es seit vielen Jahren ist. Mit seinem Logistikpartner DHL sorgt die Formel 1 dafür, dass selbst bei kurzen Pausen von nur einer Woche alles Wichtige schnell und sicher zur nächsten Strecke transportiert wird. Die Distanzen sind dank der weitläufigen Austragung der Weltmeisterschaft sehr groß und erreichen im Jahr rund 160.000 Kilometer. Diese müssen demnach von den Teams, aber auch mit dem Equipment zurückgelegt werden, ehe das 1. Freie Training am Freitag (oder Donnerstag in Monaco) beginnen kann. Tatsächlich sind es nicht nur die Autos, aufbereitete Ersatzteile sowie Mitarbeiter, die zum Rennwochenende an ihrem Ziel ankommen möchten. Dazu gehören auch die Motorhomes der Fahrer, sämtliches Material für die Boxengasse sowie die Hospitality-Zelte, in denen die Gäste das Rennen verfolgen.

Während die Europa-Grand Prix‘ via Straße bewältigt werden, wird das bei Übersee-Rennen zur unmöglichen Aufgabe. Schon der Saisonstart birgt eine riesige Herausforderung, wandert der F1-Zirkus doch von Melbourne, Australien, nach Bahrain und im Anschluss noch nach China. Die Probleme beginnen vor allem damit, dass die meisten Teams ihren Standort in Europa haben. So werden große Flugzeuge durch das Formel 1 Management FOM gechartert und mit den Boxen gefüllt, die in den jeweiligen Werken gepackt wurden. Diese Boxen wurden von den Teams selbst entwickelt und dienen in ihrer speziellen Ausführung dazu, sämtlichen Raum des Flugzeugs zu füllen. Im Anschluss fliegen die Autos aus London und München in die weite Welt hinaus. Bei Transit zu einem nächsten Rennen im direkten Anschluss vervielfacht sich die Menge der Teile, die per Flugzeug transportiert werden muss. Für die Europa-Rennen ist es glücklicherweise eine einfachere logistische Aufgabe, die per Truck zu bewältigen ist. Während sämtliche direkt zum Auto gehörenden Teile mittransportiert werden, sind die technischen und lokalen Partnerfirmen für Reifen, Treibstoff und Co. verantwortlich.

 

Das Rennen nach dem Rennen

Mit Equipment, das gleich sechs Boeing 747 füllen kann, gibt es im Anschluss an ein Rennen viel zu tun für die Mechaniker und Teamverantwortlichen, welche die Logistik betreuen. Rund drei Stunden nach einem Rennen beginnen die Teams mit dem Abbau ihrer Ausrüstung. Das Auto, das erst einmal noch auf illegale Teile überprüft werden muss, wird von den Mechanikern in sämtliche Einzelteile zerlegt. Der Motor wird aus dem Auto genommen, ebenso das Getriebe und Vorder- sowie Heckflügel, die während des Rennens noch für die entscheidenden aerodynamischen Vorteile gesorgt hatten. Eines der traditionell starken Teams ist Red Bull Racing, das mit Adrian Newey einen anerkannten und hochgelobten Experten in seinen Reihen weiß. Nicht zuletzt deshalb ist Red Bull bei Sportwettenseite Betway mit einer Quote von 17,00 (Stand 9. Mai) das am drittbesten eingeschätzte Team in der Konstrukteurswertung. Jene Aero-Teile werden deshalb mit höchster Vorsicht und Präzision verladen, sodass keine Schäden entstehen können. Auch Spiegel und Teile der Aufhängung werden abgebaut.

Sämtliche Teile erhalten ihre eigenen Schaumstoffboxen und werden darin sicher verpackt. Tatsächlich sind es vor allem die lackierten Teile wie Sponsorenflächen, mit denen nochmals sorgfältiger umgegangen wird, um jegliche Probleme zu vermeiden. Die Lösung ist so alt, wie genial: Luftpolsterfolie. Insgesamt kommt jedes Team auf rund 50 Tonnen Material, welches sämtliche Computer, Mahlzeiten für die Mitarbeiter und Gäste sowie Werkzeuge beinhaltet. Um alles einzupacken, stehen einem Formel 1 Team rund 6 Stunden zur Verfügung, bevor alles an den Dienstleister übergeben wird, der schließlich den Transport übernimmt. Erst jetzt ist ein Rennwochenende möglich und die Teams können sich nach dem Aufbau auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren, die darin liegt, möglichst erfolgreich auf der Rennstrecke zu sein. Dennoch sind die Abläufe beeindruckend und lassen tief in die Logistik hineinblicken. Für alle, bei denen das Rennwochenende erst am Sonntagmittag so richtig losgeht, ist vielleicht auch die eine oder andere neue Erkenntnis dabei.

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